
Morgens die Linsen fürs Fitnessstudio, abends die vertraute Brille auf der Nase – für viele ist dieser Wechsel längst zur zweiten Natur geworden. Kein Wunder, denn beim Sport oder im Freien punkten Kontaktlinsen mit ungetrübtem Sichtfeld, wogegen die Brille daheim auf der Couch einfach unkompliziert und augenschonend ist. Die gute Nachricht vorweg: Wer zwischen beiden Sehhilfen hin- und herwechselt, muss sich grundsätzlich keine Sorgen machen. Ihre Augen vertragen diesen Wechsel in aller Regel problemlos. Damit das auch so bleibt, lohnt sich jedoch ein Blick auf ein paar wichtige Details, von der richtigen Tragedauer bis zur Hygiene. So bleiben Ihre Augen fit und gesund, und Sie sehen in jeder Situation glasklar, egal ob mit Brille oder Linse.
Kann ich problemlos zwischen Brille und Kontaktlinsen wechseln?
Sie können Kontaktlinsen und Brille grundsätzlich flexibel miteinander kombinieren. Es ist völlig normal, morgens Kontaktlinsen einzusetzen, sie nach einigen Stunden herauszunehmen und anschließend die Brille zu tragen. Genauso können Sie Ihre Brille tagsüber verwenden und am Abend für eine bestimmte Gelegenheit auf Kontaktlinsen wechseln.
Gerade diese Flexibilität gehört zu den großen Vorteilen von Kontaktlinsen. Sie müssen sich nicht dauerhaft für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden. Stattdessen können Sie die Sehhilfe an Ihre jeweilige Situation anpassen.
Kontaktlinsen sind beispielsweise beim Sport, auf Reisen oder bei besonderen Anlässen praktisch. Sie beschlagen nicht, verrutschen bei schnellen Bewegungen weniger und verändern das Erscheinungsbild nicht. Die Brille kann dagegen im Alltag eine angenehme Alternative sein, wenn Sie Ihren Augen eine Pause vom Linsentragen gönnen möchten oder sich die Augen trocken und müde anfühlen.
Warum der Wechsel zwischen beiden Sehhilfen sinnvoll sein kann
Nicht jede Situation stellt die gleichen Anforderungen an Ihre Sehhilfe. Wer regelmäßig Kontaktlinsen trägt, muss deshalb nicht unbedingt jeden Tag und den ganzen Tag bei diesem System bleiben.
Bei sportlichen Aktivitäten können Kontaktlinsen beispielsweise deutlich komfortabler sein als eine Brille. Beim Radfahren, Joggen oder im Fitnessstudio stört kein Brillenbügel, und auch Schweiß oder schnelle Bewegungen sind weniger problematisch. Für Schwimmen gelten allerdings besondere Regeln: Kontaktlinsen sollten nicht mit Wasser aus Schwimmbad, See oder Meer in Kontakt kommen. Eine passende Schwimmbrille schützt die Augen und die Linsen zusätzlich.
Auch bei langen Tagen vor dem Bildschirm kann die Brille eine willkommene Alternative sein. Beim konzentrierten Arbeiten oder Blicken auf Monitor und Smartphone blinzeln viele Menschen weniger. Dadurch kann die Augenoberfläche trockener werden. Kontaktlinsen können sich dann weniger angenehm anfühlen.
Abends zu Hause ist die Brille für viele ebenfalls die unkompliziertere Lösung. Sie lässt sich einfach aufsetzen und wieder abnehmen, ohne dass eine gründliche Reinigung oder Aufbewahrung der Linsen notwendig ist.
Muss ich für Brille und Kontaktlinsen die gleiche Stärke verwenden?
Hier lohnt sich ein genauerer Blick. Die Brillenstärke lässt sich nicht in jedem Fall eins zu eins auf Kontaktlinsen übertragen. Der Grund liegt unter anderem darin, dass sich die Position der Sehhilfe vor dem Auge unterscheidet.
Eine Brille sitzt wenige Zentimeter vor dem Auge, während eine Kontaktlinse direkt auf der Tränenfilmoberfläche des Auges liegt. Bei niedrigen Korrektionswerten fällt der Unterschied häufig gering aus. Bei höheren Dioptrien kann er dagegen relevant werden.
Deshalb sollten Sie Kontaktlinsen nicht einfach anhand Ihrer Brillenwerte bestellen. Entscheidend sind die für die Kontaktlinse bestimmten Werte. Dazu gehören je nach Linsentyp beispielsweise Stärke, Basiskurve und Durchmesser. Bei torischen Kontaktlinsen zur Korrektur einer Hornhautverkrümmung kommen weitere Angaben wie Zylinder und Achse hinzu.
Wenn Sie Ihre erste Kontaktlinse verwenden oder Ihre Werte schon länger nicht überprüfen lassen haben, ist eine professionelle Anpassung sinnvoll. So lässt sich feststellen, welche Linse zu Ihren Augen passt und welche Korrektionswerte benötigt werden.
Kontaktlinsen zwischendurch herausnehmen und später wieder einsetzen
Wenn Sie Ihre Kontaktlinsen nur einen Teil des Tages tragen möchten, ist das grundsätzlich möglich. Bei Tageslinsen ist der Wechsel besonders unkompliziert. Sie setzen morgens ein frisches Paar ein und entsorgen die Linsen nach dem Herausnehmen. Möchten Sie später wieder Kontaktlinsen tragen, verwenden Sie ein neues Paar.
Bei wiederverwendbaren Monats-Kontaktlinsen oder Zweiwochenlinsen sieht es anders aus. Diese Linsen werden nach dem Herausnehmen entsprechend den Herstellerangaben gereinigt und desinfiziert und anschließend in einer geeigneten Aufbewahrungslösung gelagert. Eine Kontaktlinse, die zwischendurch aus dem Auge genommen wurde, sollte nicht einfach trocken irgendwo abgelegt und später wieder eingesetzt werden.
Für Menschen, die häufig zwischen Brille und Kontaktlinsen wechseln, können Tageslinsen deshalb besonders praktisch sein. Sie benötigen keine aufwendige Aufbewahrung und eignen sich gut für einzelne Tage oder bestimmte Situationen.
Was tun, wenn sich die Kontaktlinsen unangenehm anfühlen?
Wenn sich die Augen trocken, gereizt oder müde anfühlen, kann der Wechsel zur Brille eine gute Möglichkeit sein, die Kontaktlinsen vorübergehend nicht zu tragen. Sie sollten Beschwerden nicht einfach ignorieren und die Linsen trotz deutlicher Reizung weiterverwenden.
Gelegentliche Trockenheit kann verschiedene Ursachen haben. Trockene Raumluft, Klimaanlagen, lange Bildschirmzeiten oder eine geringe Tränenfilmproduktion können dazu beitragen, dass Kontaktlinsen weniger komfortabel sind. Auch die Wahl der Linse spielt eine Rolle. Moderne Kontaktlinsen gibt es in unterschiedlichen Materialien und Ausführungen, sodass je nach individuellen Bedürfnissen verschiedene Varianten infrage kommen können.
Bei wiederkehrenden Beschwerden kann es sinnvoll sein, die Kontaktlinsenanpassung überprüfen zu lassen. Eventuell eignet sich ein anderes Linsenmaterial, ein anderer Linsentyp oder ein anderes Trageintervall besser. Auch geeignete Benetzungstropfen für Kontaktlinsenträger können in bestimmten Fällen hilfreich sein. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die verwendeten Tropfen ausdrücklich für die jeweilige Art von Kontaktlinsen geeignet sind.
Bei Schmerzen, starker Rötung, ausgeprägter Lichtempfindlichkeit oder einer plötzlich schlechteren Sicht sollten Sie die Kontaktlinsen herausnehmen und die Beschwerden fachlich abklären lassen.
Brille und Kontaktlinsen im Alltag kombinieren
Für viele Kontaktlinsenträger ist es sinnvoll, eine gut passende Brille als Ergänzung zu besitzen. Sie dient nicht nur als Ersatz, wenn eine Kontaktlinse verloren geht oder beschädigt wird. Auch an Tagen, an denen sich die Augen nicht optimal anfühlen, ist sie eine unkomplizierte Alternative.
Eine Sonnenbrille kann ebenfalls Teil der Kombination sein. Kontaktlinsen bieten zwar je nach Produkt einen gewissen UV-Schutz, dieser ersetzt jedoch keine Sonnenbrille, da nicht das gesamte Auge und die umliegende Haut geschützt werden. Besonders bei intensiver Sonneneinstrahlung ist eine hochwertige Sonnenbrille daher weiterhin sinnvoll.
Wer regelmäßig zwischen den beiden Sehhilfen wechselt, kann außerdem unterschiedliche Produkte für verschiedene Situationen nutzen. Tageslinsen eignen sich beispielsweise für gelegentliches Tragen, während Monatslinsen für Menschen interessant sein können, die ihre Kontaktlinsen an vielen Tagen verwenden. Bei trockenen Augen oder speziellen Anforderungen können wiederum bestimmte Linsenmaterialien und Produktgruppen infrage kommen.
Darf ich Kontaktlinsen und Brille auch am selben Tag tragen?
Natürlich. Es gibt keinen Grund, warum Sie sich auf eine Sehhilfe pro Tag beschränken müssten. Sie können beispielsweise morgens mit Ihrer Brille starten, für den Sport Kontaktlinsen einsetzen und abends wieder zur Brille wechseln.
Wichtig ist lediglich, dass Sie beim Umgang mit den Kontaktlinsen auf Hygiene achten. Waschen und trocknen Sie Ihre Hände gründlich, bevor Sie die Linsen einsetzen oder herausnehmen. Bei wiederverwendbaren Linsen müssen außerdem die vorgeschriebenen Pflege- und Aufbewahrungszeiten eingehalten werden.
Das gilt auch dann, wenn Sie die Linsen nur für wenige Stunden tragen. Saubere Hände und eine korrekte Pflege sind unabhängig von der Tragedauer entscheidend.
Wie lange kann ich Kontaktlinsen tragen?
Wie lange Kontaktlinsen am Tag getragen werden können, hängt vom jeweiligen Produkt, Ihren Augen und der individuellen Verträglichkeit ab. Eine pauschale maximale Tragedauer, die für alle Kontaktlinsen gilt, gibt es deshalb nicht.
Entscheidend sind die Angaben des Herstellers sowie die Empfehlung bei der Anpassung. Wenn Ihre Augen gegen Ende des Tages trocken werden oder die Linsen zunehmend unangenehm sitzen, sollten Sie sie herausnehmen und auf die Brille wechseln.
Auch die Art der Kontaktlinse macht einen Unterschied. Tageslinsen werden nach einmaligem Gebrauch entsorgt. Monatslinsen können über den vorgesehenen Zeitraum verwendet werden, müssen aber entsprechend gepflegt werden. Die vorgeschriebene Nutzungsdauer darf nicht dadurch verlängert werden, dass die Linsen nur an einzelnen Tagen getragen werden.
Was ist besser: Brille oder Kontaktlinsen?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Beide Sehhilfen haben ihre Vorteile und können sich im Alltag hervorragend ergänzen.
Kontaktlinsen bieten ein natürliches Gesichtsfeld und sind bei Sport und Bewegung besonders praktisch. Außerdem verändern sie das äußere Erscheinungsbild nicht. Brillen sind dagegen einfach in der Handhabung, schnell aufgesetzt und benötigen keine Reinigung und Desinfektion wie wiederverwendbare Kontaktlinsen.
Deshalb muss die Entscheidung nicht zwingend „Brille oder Kontaktlinsen“ heißen. Für viele Menschen lautet die bessere Antwort: Brille und Kontaktlinsen, je nach Situation.