
In dieser Lebensphase kommen zwei Faktoren zusammen, die zunehmende Bildschirmbelastung und der natürliche Alterungsprozess. Die Augenlinse verliert an Elastizität und die Alterssichtigkeit (Presbyopie) beginnt. Das Umschalten zwischen Handy, Monitor und Gesprächspartner wird zur echten Herausforderung. Plötzlich werden die Arme „zu kurz“, um z.B. ein Buch lesen zu können.
Warum die Presbyopie gerade jetzt beginnt
Die Augenlinse ist bei jungen Menschen noch flexibel und kann ihre Form verändern, um sowohl nahe als auch ferne Objekte scharf abzubilden (Akkommodation). Mit zunehmendem Alter verliert das Linsengewebe an Elastizität, ein schleichender Prozess, der meist ab Mitte 40 spürbar wird. Anders als eine Fehlsichtigkeit ist Presbyopie kein vermeidbares Problem, sondern ein normaler Alterungsprozess, der praktisch jeden Menschen betrifft. Genau deshalb ist Aufklärung hier so wichtig: Es handelt sich nicht um eine „Verschlechterung der Augen“ im Sinne einer Erkrankung, sondern um eine erwartbare Entwicklung, für die es gute technische Lösungen gibt.
Typische Beschwerden
- Verschwommenes Sehen, besonders im Nah- und Mittelbereich
- Der Bildschirm „schwimmt“ am Nachmittag
- Augenzucken und Spannungskopfschmerz nach intensiver Konzentration
- Frustration über das ständige Scharfstellen
- Abnehmende Sehschärfe bei sinkendem Lichteinfall
Kontaktlinsen
Hier sind multifokale Kontaktlinsen die elegante Lösung. Sie bieten eine klare Sicht in allen Entfernungen, ohne lästiges Auf- und Absetzen einer Brille. Besonders komfortabel sind EDOF-Linsen (Extended Depth of Focus), die langsam auf den Markt kommen. Sie ermöglichen einen nahtlosen Übergang zwischen den Sehzonen und reduzieren störende Blendeffekte oder Halos.
Eine andere Alternative ist die Monovision, eine einfache und preiswerte Lösung. Dabei wird ein Auge für die Ferne, das andere für die Nähe korrigiert. Das Gehirn kombiniert beide Bilder so geschickt, das ein durchweg scharfes Gesamtbild zu sehen ist. Allerdings bringt das Einschränkungen beim räumlichen Sehen mit sich und ist für das Autofahren weniger geeignet.
Augentropfen
Ab etwa 40 Jahren nimmt die natürliche Tränenproduktion ab. Befeuchtende Tropfen sind daher eine ideale Ergänzung – vorzugsweise konservierungsmittelfrei bei häufiger Anwendung. Sie stabilisieren den Tränenfilm und verlängern die komfortable Tragezeit der Linsen.
Auf einen Blick
- Hauptursache: nachlassende Elastizität der Augenlinse (Presbyopie)
- Typisches Alter: meist ab 40–45 Jahren spürbar
- Passende Lösung: Multifokal- oder EDOF-Linsen statt ständigem Brille-Wechsel
Praktische Tipps für den Alltag
- Eine gezielte Bildschirmbrille für den Arbeitsplatz kann eine sinnvolle Alternative zur Kontaktlinse sein – besonders für lange Konferenzen oder Präsentationen.
- Zwischendurch bewusst in die Ferne schauen, um die Akkommodation zu entspannen.
- Ausreichend trinken – auch die Augen benötigen Flüssigkeit von innen.
- Die Raumluft befeuchten, besonders in klimatisierten Büros.
Wenn der Bildschirm verschwimmt und die Arme zu kurz werden, gibt es eine elegante Lösung ohne Brille.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Multifokallinsen und EDOF-Linsen?
Multifokallinsen enthalten mehrere Sehstärken-Zonen für Nah-, Mittel- und Fernbereich. EDOF-Linsen (Extended Depth of Focus) erzeugen stattdessen einen verlängerten, nahtlosen Schärfebereich, was oft zu weniger Blendeffekten und Halos führt – besonders angenehm bei Bildschirmarbeit und Autofahren in der Dämmerung.
Ab wann macht sich Alterssichtigkeit typischerweise bemerkbar?
Meist ab Mitte 40, da die Augenlinse zunehmend an Elastizität verliert. Erste Anzeichen sind oft verschwommenes Sehen im Nahbereich, etwa beim Lesen von Smartphone-Texten oder Kleingedrucktem.