
Die Augen werden altersbedingt empfindlicher. Viele haben bereits eine Star-Operation hinter sich und tragen eine klare Kunstlinse, was zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber blauem Licht führt. Zudem nimmt die Tränenproduktion weiter ab, sodass trockene Augen zur Regel werden. Gleichzeitig steigt die Nutzung digitaler Geräte wie Tablets oder Smartphones auch in dieser Altersgruppe kontinuierlich an.
Warum der Tränenfilm im Alter instabiler wird
Auf einen Blick
- Hauptursache: nachlassende Tränenproduktion + erhöhte Lichtempfindlichkeit
- Kontaktlinsen: nur nach ärztlicher Rücksprache
- Oft bessere Alternative: individuell angepasste Bildschirmbrille
Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten: einer Fettschicht (verhindert Verdunstung), einer wässrigen Schicht und einer Schleimschicht. Mit zunehmendem Alter produzieren die Drüsen weniger und schlechter zusammengesetzte Tränenflüssigkeit, wodurch die Fettschicht dünner wird. Die Folge: Die Tränenflüssigkeit verdunstet schneller, und die Augenoberfläche trocknet früher aus – ein Prozess, der bei Bildschirmarbeit mit ohnehin reduzierter Blinzelfrequenz zusätzlich verstärkt wird. Genau hier setzen lipidhaltige Augentropfen an, da sie gezielt die fehlende Fettschicht ergänzen, statt nur Flüssigkeit nachzuliefern.
Typische Beschwerden
- Starke Lichtempfindlichkeit, besonders bei hellem Bildschirm
- Blendung und Halos am Abend
- Sehr trockene Augen, die sich „klebrig“ anfühlen
- Unsicherheit bei der Bedienung digitaler Geräte (kleine Schriften, ungewohnte Bedienung)
- Schnellere Ermüdung als in jüngeren Jahren
Kontaktlinsen
Kontaktlinsen sind im Seniorenalter nur mit ärztlicher Rücksprache zu empfehlen. Die Hornhaut reagiert empfindlicher, und eine falsche Anpassung kann zu Irritationen führen. Häufig ist die individuell angepasste Bildschirmbrille die bessere und verträglichere Alternative. Sie kann exakt auf den Sehbereich am Bildschirm und die Leseentfernung abgestimmt werden.
Für erfahrene Kontaktlinsenträger bieten sich weiche, sauerstoffdurchlässige Tageslinsen an, die täglich frisch verwendet werden und so das Infektionsrisiko minimieren.
Augentropfen
Lipidhaltige Augentropfen sind hier besonders wirksam, da sie die Fettschicht des Tränenfilms ergänzen und die Verdunstung der Tränenflüssigkeit reduzieren. Eine regelmäßige Anwendung am Morgen und vor der Bildschirmarbeit kann die Beschwerden deutlich lindern.
Praktische Tipps für den Alltag
- Die Schriftgröße auf allen Geräten großzügig einstellen – das entlastet die Akkommodation.
- Den Kontrast erhöhen (z. B. dunkler Text auf hellem Hintergrund oder umgekehrt).
- Die Bildschirmhelligkeit reduzieren – helle Displays belasten empfindliche Augen besonders.
- Das Licht im Raum anpassen: Vermeiden Sie grelles Deckenlicht oder Blendung durch Fenster.
- Regelmäßige Pausen mit geschlossenen Augen einlegen. 2 bis 3 Minuten reichen schon zur Regeneration.
Auch mit 60+ können Sie entspannt am Tablet, Smartphone oder PC lesen – mit den richtigen Hilfsmitteln und Tipps.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich im Alter noch Kontaktlinsen für die Bildschirmarbeit tragen?
Grundsätzlich ja, aber nur nach Rücksprache mit dem Augenarzt, da die Hornhaut empfindlicher wird. Weiche, sauerstoffdurchlässige Tageslinsen gelten für erfahrene Linsenträger als vergleichsweise gut verträglich. Bei starker Trockenheit ist eine individuell angepasste Bildschirmbrille oft die bessere Alternative.
Was hilft am besten gegen trockene Augen im Alter?
Lipidhaltige Augentropfen sind besonders geeignet, da sie gezielt die im Alter dünner werdende Fettschicht des Tränenfilms ergänzen. Ergänzend helfen eine angepasste Bildschirmhelligkeit, größere Schrift und regelmäßige Pausen mit geschlossenen Augen.