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Durchblick garantiert: Tipps für den Optiker-Besuch

Frau beim Optiker zur Augenuntersuchung

Es gibt einige gute Gründe für einen Sehtest beim Optiker: Die Sehstärke hat sich geändert, der Führerscheinsehtest steht bevor oder man braucht eine neue Brille oder Kontaktlinsen. Natürlich kann man einfach so hingehen, aber wer gut vorbereitet ist, hat wesentlich bessere Chancen auf ein optimales Ergebnis. Daher gibt es hier ein paar gute Tipps.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Klingt banal, macht aber einen echten Unterschied: Wer ausgeschlafen und ausgeruht zum Sehtest geht, bekommt zuverlässigere Ergebnisse. Übermüdete Augen reagieren langsamer, die Akkommodation, also die Fähigkeit der Augenlinse, sich auf verschiedene Entfernungen einzustellen, ist eingeschränkt und die Konzentrationsfähigkeit sinkt. All das kann dazu führen, dass der gemessene Wert leicht vom tatsächlichen Bedarf abweicht.

Wer Kontaktlinsen trägt, sollte diese am Tag des Sehtests möglichst früh abnehmen oder zumindest mehrere Stunden vorher. Formstabile Kontaktlinsen, auch bekannt als harte Linsen, verändern die Hornhautkrümmung leicht, was das Messergebnis verfälschen kann. Für weiche Kontaktlinsen gilt dasselbe in abgeschwächter Form. Eine Faustregel: weiche Linsen mindestens zwei bis vier Stunden vorher herausnehmen, harte Linsen idealerweise einen ganzen Tag pausieren.

Die eigene Sehgeschichte kennen

Wer schon eine Brille oder Kontaktlinsen hat, sollte die aktuelle Sehhilfe unbedingt mitbringen, auch wenn man eigentlich eine neue möchte. Der Optiker kann so den Ausgangswert direkt ablesen und hat eine wichtige Referenz. Die Werte aus dem alten Brillenpass oder der Kontaktlinsenverpackung sind ebenfalls hilfreich, aber nichts ersetzt das tatsächliche Objekt.

Darüber hinaus lohnt es sich, sich vorab ein paar Dinge zu überlegen. Wann treten Sehprobleme auf? Nur beim Lesen, beim Autofahren, beim Bildschirmarbeiten oder in allen Situationen? Gibt es Kopfschmerzen, Augenflimmern oder Doppelbilder? Seit wann bestehen die Beschwerden? All diese Informationen helfen dem Optiker dabei, gezielt zu messen und die passende Empfehlung zu geben. Ein kurzes gedankliches oder schriftliches Protokoll der eigenen Symptome ist keine Übertreibung, sondern schlicht praktisch.

Was während des Sehtests passiert

Ein professioneller Sehtest beim Optiker ist weit mehr als das bekannte Lesen von Buchstabenreihen. Zu Beginn steht meist ein Gespräch über Beschwerden und Lebensgewohnheiten. Dann folgen verschiedene Messungen: die Refraktion, bei der die Fehlsichtigkeit bestimmt wird, sowie gegebenenfalls die Prüfung des Binokularsehens, also wie gut beide Augen zusammenarbeiten.

Beim eigentlichen Sehtest setzt der Optiker verschiedene Linsen ein und fragt, welche Variante klarer erscheint. Hier ist Ehrlichkeit entscheidend. Viele Menschen versuchen, möglichst gut abzuschneiden, und schätzen bewusst oder unbewusst, wenn sie sich unsicher sind. Das ist kontraproduktiv. Wenn zwei Linsen ähnlich klar erscheinen, darf man das sagen. Wenn ein Buchstabe verschwommen bleibt, ist das eine wertvolle Information. Es geht nicht darum, den Test zu „bestehen“, sondern darum, die Sehstärke so präzise wie möglich zu ermitteln.

Lichtverhältnisse und Kontrastempfindlichkeit ansprechen

Ein Thema, das im Gespräch mit dem Optiker oft zu kurz kommt, ist das Sehen unter verschiedenen Lichtverhältnissen. Viele Menschen sehen tagsüber gut, haben aber Schwierigkeiten beim Autofahren in der Dämmerung oder bei Blendung durch Gegenverkehr. Das Nachtsehen und die Kontrastempfindlichkeit können gesondert geprüft werden und liefern wichtige Hinweise, zum Beispiel für die Wahl geeigneter Brillengläser mit entsprechenden Beschichtungen oder für spezielle Kontaktlinsen.

Wer viel am Bildschirm arbeitet, sollte das ebenfalls erwähnen. Eine Bildschirmarbeitsbrille unterscheidet sich von einer klassischen Lesebrille, da sie auf die typischen Arbeitsdistanzen von 50 bis 80 Zentimetern optimiert ist. Blaulichtfilter und entspiegelte Gläser können dabei zusätzlich sinnvoll sein, auch wenn der wissenschaftliche Konsens zum Blaublichtfilter differenzierter ist als oft behauptet.

Kontaktlinsen: Anpassung ist ein eigener Schritt

Wer mit Kontaktlinsen liebäugelt oder seine aktuellen Linsen wechseln möchte, sollte wissen, dass die Kontaktlinsenanpassung ein separater Prozess ist. Die Stärke einer Kontaktlinse entspricht nicht eins zu eins der Brillenstärke, da Kontaktlinsen direkt auf der Hornhaut sitzen und sich damit die optischen Verhältnisse ändern. Zudem spielen individuelle Faktoren wie Hornhautkrümmung, Lidspaltenbreite und Tränenfilmqualität eine wichtige Rolle.

Ein guter Optiker misst diese Parameter sorgfältig und empfiehlt dann passende Linsentypen. Zur Auswahl stehen Tageslinsen, Wochenlinsen, Monatslinsen oder Jahres-Kontaktlinsen, sphärische Linsen für einfache Kurz- oder Weitsichtigkeit sowie torische Linsen bei Astigmatismus und multifokale Kontaktlinsen für Alterssichtigkeit. Wer erstmals Kontaktlinsen trägt, bekommt außerdem eine Einweisung in die Handhabung und sollte die Linsen zunächst probeweise tragen, bevor er eine größere Menge bestellt. Passende Tageslinsen oder Monatslinsen lassen sich danach bequem online nachbestellen.

Pflegemittel und Zubehör nicht vergessen

Ein Aspekt, der beim Optiker-Besuch manchmal untergeht, ist die Frage nach dem richtigen Zubehör. Wer Kontaktlinsen trägt, braucht geeignete Pflegemittel, und nicht jede Lösung passt zu jedem Linsentyp. Wasserstoffperoxidsysteme reinigen besonders gründlich und sind für empfindliche Augen oft die bessere Wahl, erfordern aber eine konsequente Anwendung. Kombilösungen sind bequemer, können bei manchen Trägern aber zu Unverträglichkeiten führen.

Auch Benetzungstropfen können sinnvoll sein, besonders für Menschen, die viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen oder in trockenen Räumen arbeiten. Der Optiker kann hier eine erste Empfehlung aussprechen, aber letztlich ist Ausprobieren gefragt, da die individuelle Verträglichkeit variiert. Wer seinen bevorzugten Linsentyp und die passenden Pflegeprodukte gefunden hat, kann beides dauerhaft und einfach online beziehen.

Nach dem Besuch: Geduld mit der neuen Sehstärke

Wer eine neue Brille oder angepasste Kontaktlinsen bekommt, sollte wissen, dass eine Eingewöhnungsphase normal ist. Besonders bei einer deutlichen Stärkenänderung oder beim Wechsel auf ein neues Gleitsichtglas kann es einige Tage dauern, bis das Gehirn sich auf die neuartigen optische Informationen eingestellt hat. Leichte Kopfschmerzen oder ein Gefühl von Unsicherheit beim Gehen sind dann kein Zeichen für eine falsche Korrektur, sondern schlicht Anpassungsreaktionen.

Bei Kontaktlinsen gilt: Die ersten Stunden sind nicht repräsentativ. Neue Linsen können zunächst ungewohnt wirken oder leicht drücken. Hält das Gefühl nach dem vollständigen Eingewöhnen an, lohnt sich ein erneutes Gespräch mit dem Optiker. Manchmal ist es eine Kleinigkeit wie eine andere Randform oder ein leicht angepasster Parameter, die den entscheidenden Unterschied macht.

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