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Mascara linsenfreundlich

Ausdrucksstarke Wimpern sind der Traum jeder Frau – doch für Kontaktlinsenträgerinnen wird die Mascara-Wahl schnell zur Wissenschaft. Brennende Augen, verschmierte Linsen oder störende Partikel im Auge kennen Sie sicher. Dabei gibt es durchaus Wege, wie Sie sowohl perfekt getuschte Wimpern als auch den ganztägigen Tragekomfort Ihrer Linsen erreichen können. Die Lösung liegt in der richtigen Produktwahl und ein paar grundlegenden Kenntnissen über die Interaction zwischen Mascara-Formulierungen und Linsenmaterialien.

Warum herkömmliche Mascara Ihre Linsen angreift

Die meisten Mascara-Probleme entstehen durch die komplexe Chemie moderner Formulierungen. Wasserfeste Mascaras enthalten aggressive Filmbildner und Lösungsmittel, die sich als dünner Film auf Kontaktlinsen ablagern können. Besonders kritisch sind dabei Acrylat-Copolymere und Polyvinylpyrrolidon – Substanzen, die zwar für langanhaltenden Halt sorgen, aber die Sauerstoffdurchlässigkeit von Silikon-Hydrogel-Linsen erheblich reduzieren können.

Noch problematischer erweisen sich die Wachskomponenten traditioneller Mascaras. Carnaubawachs, Bienenwachs oder synthetische Wachse können bei Körpertemperatur erweichen und mikroskopische Partikel freisetzen. Diese gelangen beim Blinzeln direkt auf die Linsenoberfläche und führen zu den gefürchteten Ablagerungen, die besonders bei Monatslinsen zu dauerhaften Sehbeeinträchtigungen führen können.

Die Pigmente selbst stellen eine weitere Herausforderung dar. Eisenoxide, die für schwarze und braune Töne verwendet werden, können sich elektrostatisch an die Linsenoberfläche anlagern. Bei torischen Linsen, die eine präzise Ausrichtung benötigen, können bereits winzige Ablagerungen die optische Leistung merklich beeinträchtigen.

Wasserfest vs. wasserlöslich: Die entscheidende Wahl

Wasserfeste Mascaras versprechen zwar ganztägigen Halt, bringen aber für Kontaktlinsenträgerinnen erhebliche Nachteile mit sich. Die Formulierungen enthalten oft aggressive Konservierungsstoffe wie Formaldehyd-Abspalter oder Parabene in höheren Konzentrationen. Diese Substanzen können bei empfindlichen Augen zu Reizungen führen und die natürliche Tränenfilmstabilität beeinträchtigen.

Wasserlösliche Mascaras hingegen lassen sich zwar leichter entfernen, bieten aber oft nicht die gewünschte Haltbarkeit. Moderne Formulierungen haben jedoch deutliche Fortschritte gemacht. Viele wasserlösliche Mascaras enthalten mittlerweile Filmbildner auf Polymerbasis, die einen guten Kompromiss zwischen Haltbarkeit und Verträglichkeit darstellen.

Die interessanteste Alternative stellen Tubing-Mascaras dar. Diese innovative Technologie bildet kleine Röhrchen um jede einzelne Wimper, die wasserfest sind, sich aber bei Kontakt mit warmem Wasser und leichtem Druck wieder lösen lassen. Marken wie Clinique, L’Oréal oder auch Drogerie-Anbieter wie Essence bieten mittlerweile solche Formulierungen an, die sich als besonders linsenfreundlich erwiesen haben.

Die Bürste macht den Unterschied

Oft übersehen, aber entscheidend für Kontaktlinsenträgerinnen: die Mascara-Bürste. Traditionelle Borstenbürsten aus Naturhaaren neigen dazu, ungleichmäßig zu laden und Klumpen zu bilden. Diese Klumpen können beim Auftragen abfallen und direkt ins Auge gelangen – ein absolutes No-Go für Linsenträger.

Moderne Silikonbürsten verteilen die Mascara deutlich gleichmäßiger und reduzieren die Klumpenbildung erheblich. Die glatten Oberflächen der Silikonborsten nehmen weniger Produkt auf, geben es aber kontrollierter ab. Besonders vorteilhaft sind dabei konische Bürsten, die sowohl an den äußeren Wimpern als auch an den feinen inneren Härchen präzise arbeiten können.

Manche Hersteller setzen auf Hybrid-Lösungen: Bürsten mit Silikonkern und einzelnen Nylonborsten. Diese Kombination verspricht die Präzision von Silikon mit der Volumen-bildenden Wirkung traditioneller Borsten. Für Tageslinsen-Trägerinnen, die ihre Linsen am Abend ohnehin entsorgen, sind solche Kompromisse durchaus vertretbar.

Auftragstechnik für Linsenträger

Die richtige Technik kann entscheidend dafür sein, ob Mascara-Partikel auf die Linsen gelangen oder nicht. Grundsätzlich sollten Sie die Mascara in mehreren dünnen Schichten auftragen, statt einer dicken Schicht. Jede Schicht sollte vollständig trocknen, bevor die nächste aufgetragen wird. Dies reduziert die Gefahr von Klumpenbildung und damit das Risiko herabfallender Partikel.

Beginnen Sie immer an der Wimpernbasis und ziehen Sie die Bürste in Zickzack-Bewegungen nach oben. Vermeiden Sie es, die Bürste mehrfach in den Behälter zu tauchen – dies führt zu Lufteinschlüssen und erhöht die Klumpenbildung. Stattdessen sollten Sie mit der bereits auf der Bürste befindlichen Menge auskommen.

Besondere Vorsicht ist bei den unteren Wimpern geboten. Hier empfiehlt sich eine kleinere Bürste oder sogar ein Wimpernkamm. Die unteren Wimpern sind näher am Auge positioniert, und herabfallende Partikel landen mit höherer Wahrscheinlichkeit direkt auf der Kontaktlinse. Viele erfahrene Kontaktlinsenträgerinnen verzichten ganz auf Mascara an den unteren Wimpern oder verwenden dort ausschließlich wasserlösliche Formulierungen.

Entfernung ohne Linsenschäden

Die schonende Entfernung der Mascara ist genauso wichtig wie der Auftrag selbst. Aggressive Augen-Make-up-Entferner können nicht nur die empfindliche Augenpartie reizen, sondern auch Rückstände hinterlassen, die später auf die Linsen gelangen. Für wasserlösliche Mascaras genügt oft lauwarmes Wasser und ein weicher Waschlappen.

Bei wasserfesten Formulierungen sollten Sie zu milden, ölfreien Entfernern greifen. Mizellenwasser hat sich als besonders schonend erwiesen, da es Make-up löst, ohne aggressive Reibung zu erfordern. Wichtig ist dabei, dass Sie die Wattepads oder Wattestäbchen nicht zu fest andrücken – sanfte, tupfende Bewegungen sind effektiver und schonender.

Falls Sie Monatslinsen oder Wochenlinsen tragen, sollten Sie diese vor der Make-up-Entfernung herausnehmen. Selbst geringe Mengen an Entferner-Rückständen können die Linsenoberfläche angreifen oder zu Beschlag führen. Bei Tageskontaktlinsen ist dieses Problem weniger kritisch, da diese ohnehin täglich erneuert werden.

Spezielle Mascara-Empfehlungen für Linsenträger

Clinique gilt als Pionier im Bereich linsenfreundlicher Kosmetik. Ihre „Lash Power Mascara“ ist eine Tubing-Mascara, die sich durch besondere Verträglichkeit auszeichnet. Die Formulierung verzichtet auf aggressive Konservierungsstoffe und verwendet milde Filmbildner, die sich problemlos entfernen lassen.

Aus der Drogerie empfiehlt sich die „Better Than Waterproof Mascara“ von Essence. Diese Tubing-Mascara bietet einen guten Kompromiss zwischen Preis und Leistung und wurde speziell für empfindliche Augen entwickelt. Auch L’Oréal’s „Double Extend Beauty Tubes“ hat sich als linsenfreundlich erwiesen.

Für den höheren Preisbereich bietet Lancôme mit „Définicils“ eine wasserlösliche Mascara, die trotzdem guten Halt bietet. Die Formulierung basiert auf sanften Polymeren und verzichtet auf problematische Wachskomponenten. Besonders vorteilhaft ist die präzise Bürste, die Klumpenbildung weitgehend verhindert.

Problemlösung bei Mascara-Pannen

Trotz aller Vorsicht kann es passieren, dass Mascara-Partikel ins Auge gelangen. Reiben Sie niemals mit den Fingern – dies kann die Partikel tiefer ins Auge drücken oder die Kontaktlinse beschädigen. Blinzeln Sie stattdessen mehrfach kräftig, um die natürliche Tränenproduktion anzuregen.

Falls das nicht hilft, können Sie Kontaktlinsen-Benetzungstropfen verwenden, um die Partikel auszuspülen. Diese Tropfen sind speziell für die Anwendung mit Linsen entwickelt und können bedenkenlos verwendet werden. In hartnäckigen Fällen sollten Sie die Linse herausnehmen, gründlich mit Kontaktlinsen-Reinigungslösung spülen und erst dann wieder einsetzen.

Bei Tageslinsen ist die Lösung einfacher: Entsorgen Sie die betroffene Linse und setzen Sie eine neue ein. Dies mag verschwenderisch erscheinen, ist aber der sicherste Weg, um Augenreizungen zu vermeiden.

Langfristige Strategien für perfekte Wimpern

Viele Kontaktlinsenträgerinnen entdecken Wimpernserum als Alternative oder Ergänzung zur Mascara. Hochwertige Seren können das natürliche Wimpernwachstum fördern und zu dichteren, längeren Wimpern führen. Dies reduziert den Bedarf an voluminöser Mascara und damit auch die Risiken für die Kontaktlinsen.

Auch professionelle Wimpernbehandlungen wie Lifting oder Extensions können eine Option sein. Ein Wimpernlifting hält etwa 6-8 Wochen und verleiht den Wimpern eine natürliche Schwingung, die oft schon ohne Mascara sehr ausdrucksstark wirkt. Extensions sollten allerdings nur von erfahrenen Kosmetikerinnen angebracht werden, die sich mit den besonderen Anforderungen von Kontaktlinsenträgern auskennen.

Die Investition in hochwertige Pflegelösungen für Ihre Kontaktlinsen wird durch die richtige Mascara-Wahl noch wichtiger. All-in-One-Lösungen mit Proteinentfernern können eventuelle Make-up-Rückstände besser lösen als einfache Kochsalzlösungen und sorgen für langfristig klare Sicht und Tragekomfort.

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